Auszeichnung
Zwei Grimme-Preise für eine besondere Küchencrew
Kurz gesagt
Mit Zum Schwarzwälder Hirsch lernen 13 Menschen mit Down-Syndrom, ein Restaurant zu führen. 2023 gewinnt die Serie den Grimme-Preis und den Publikumspreis.
- Zum Schwarzwälder Hirsch lief im Herbst 2022 als dreiteilige Doku-Serie auf VOX[1].
- 13 Menschen mit Trisomie 21 lernten drei Monate lang, ein Restaurant möglichst selbstständig zu führen[1].
- Die Serie gewann den Grimme-Preis in der Kategorie Unterhaltung und den Publikumspreis der Marler Gruppe[1][2].
- Mälzer nennt die Sendung sein White Album[3].
Es ist vielleicht das mutigste Projekt seiner Karriere. Im Herbst 2022 zeigt VOX eine dreiteilige Doku-Serie mit dem Titel Zum Schwarzwälder Hirsch[1]. Tim Mälzer und der Schauspieler André Dietz wagen etwas, das es so noch nicht gab[1].
Drei Monate lang lernen 13 Menschen mit Down-Syndrom, ein Restaurant möglichst selbstständig zu führen[1]. Sie stehen in der Küche und im Service. Mälzer bereitet sie auf die Arbeit in Küche und Service vor[2].
Ein Restaurant als Bühne für Inklusion
Die Serie läuft zur besten Sendezeit um 20:15 Uhr[1]. Sie zeigt Erfolge und Rückschläge, Lachen und Lampenfieber. Vor allem zeigt sie Menschen, die man im Fernsehen sonst selten in solchen Rollen sieht. Produziert wird sie im Auftrag von VOX von Vitamedia Film[1].
Ein doppelter Preis
Am 21. April 2023 wird der 59. Grimme-Preis verliehen[2]. Zum Schwarzwälder Hirsch gewinnt gleich doppelt: den Grimme-Preis in der Kategorie Unterhaltung und den Publikumspreis der Marler Gruppe[1][2]. Mentor André Dietz nimmt die Auszeichnung entgegen und sagt einen Satz, der hängen bleibt: Inklusion ist keine Illusion[2].
Die Jury findet deutliche Worte. Sie nennt die Produktion in vielerlei Hinsicht herausragend. Sie lobt den sensiblen Umgang mit den Protagonisten und die packende Erzählweise[1]. Die Serie zeige, wie Inklusion gelebt werden kann[1].
Auch in Gesprächen über seine Arbeit kommt Mälzer immer wieder auf dieses Projekt zurück. Bei einem Fernsehsalon der Deutschen Kinemathek Anfang 2024 erinnert er daran, dass das Format zwei Grimme-Preise gewonnen hat[3]. Gleichzeitig macht er klar, dass er keine Lust auf Sendungen hat, die Menschen in einer Krise vor die Kamera zerren[3]. Beim Schwarzwälder Hirsch geht es um das Gegenteil: um Stärke und Würde.
Sein White Album
Für Mälzer hat diese Sendung einen besonderen Platz. Er vergleicht sie mit dem White Album, einem der berühmtesten Alben der Beatles[3]. Es ist ein Zeichen dafür, wie wichtig ihm das Projekt ist.
Nach zwei Jahrzehnten im Fernsehen hätte er es sich leicht machen können. Stattdessen nutzt er seine Bekanntheit für eine Geschichte über Teilhabe. Der Küchenbulle aus Hamburg zeigt hier eine neue Seite: geduldig, herzlich und überzeugt davon, dass in einer guten Küche Platz für alle ist.
Quellen
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