Buchzusammenfassung

Start-Up Your Restaurant: 7 Lektionen für Ihr Restaurant

Behandeln Sie Ihre Restaurantidee als Hypothese, die man testet und durchrechnet, nicht als Gewissheit, in die man sich verliebt.

von Jayanth Narayanan & Priya Bala 2016 · Portfolio Penguin 208 Seiten Lesezeit: 8 Min. Lesezeit

Die meisten Bücher zur Restaurantgründung ertränken Sie entweder in generischen Checklisten oder lesen sich wie ein nachträgliches Memoir. Start-Up Your Restaurant tut keins von beidem: gemeinsam verfasst von einem Verhaltenswissenschaftler und einer Gastronomiejournalistin, behandelt es die Entscheidung, ein Restaurant zu eröffnen, als Wette unter echter Unsicherheit und verlangt vom angehenden Gastronomen, die Idee zu testen, durchzurechnen und einem Belastungstest zu unterziehen, bevor echtes Geld investiert wird. Das Buch stützt sich auf Gespräche mit aktiven Gastronomen statt auf reine Theorie, und genau das macht seine Warnungen darüber, warum Restaurants wirklich scheitern, so glaubwürdig.

Die Kernidee

Eine Restaurantidee ist eine Hypothese, keine Gewissheit: Testen Sie sie günstig an echten zahlenden Fremden, rechnen Sie sie ehrlich durch, bevor Sie sich in sie verlieben, und planen Sie die emotionale Belastung des Unternehmertums genauso ernsthaft wie das Budget.

Für wen dieses Buch ist

Lesen Sie es, wenn Sie noch überlegen, ob Sie ein Restaurant, Café oder eine Bar eröffnen, und Ihre Idee auf die Probe stellen wollen, bevor Sie etwas unterschreiben, oder wenn Sie bereits einen Betrieb führen und eine nüchterne zweite Meinung zu Ihren eigenen Zahlen suchen. Überspringen Sie die Kapitel zu Genehmigungen, oder lesen Sie sie nur wegen der Haltung dahinter, falls Sie eine praktische Checkliste für europäische Vorschriften erwartet haben: Sie sind für das indische System geschrieben und passen nicht auf Ihren Papierkram.

Die wichtigsten Lehren

  • Testen Sie ein Konzept an zahlenden Fremden, bevor Sie einen Mietvertrag darum herum unterschreiben; Begeisterung von Freunden und Familie ist keine Marktvalidierung.
  • Ein Businessplan ist eine Disziplin, mit der Sie den eigenen Optimismus einem Belastungstest unterziehen, kein Dokument, das man einmal für die Bank schreibt.
  • Ein Standort ist eine Wette auf einen bestimmten Gast zu einer bestimmten Uhrzeit, nicht einfach eine Straße mit viel Laufkundschaft.
  • Genehmigungen und Vorschriften dauern und kosten fast immer mehr, als ein Erstgründer erwartet – planen Sie das von Anfang an ein.
  • Die emotionale Belastung durch das Unternehmertum und die Denkfehler, die ein scheiterndes Konzept zu lange am Leben halten, verdienen ebenso viel Planung wie das Geld.

Testen Sie die Idee, bevor Sie den Mietvertrag unterschreiben

Der eigenständigste Beitrag des Buches besteht darin, ein Restaurantkonzept als zu prüfende Hypothese zu behandeln, nicht als auszuführende Vision. Narayanans akademischer Hintergrund in Entscheidungsforschung ist deutlich spürbar: Bevor man sich auf einen Mietvertrag, einen Küchenausbau und eine gedruckte Karte festlegt, drängen die Autoren den angehenden Gastronomen dazu, günstige, umkehrbare Experimente zu machen und zu beobachten, was Fremde tatsächlich bestellen und bezahlen – nicht, was Freunde bei einem Probeessen zu Hause höflich loben.

Das ist entscheidend, denn der teuerste Fehler in der Darstellung des Buches ist weder ein schlechter Standort noch eine zu knappe Eröffnungskasse, sondern ein Gründer, der sich in eine Idee verliebt hat, bevor jemand außerhalb des eigenen Kopfes dafür bezahlt hat. Die Autoren sind ungewöhnlich direkt darin, wie leicht Begeisterung von Freunden und Familie mit Marktvalidierung verwechselt wird – und wie teuer diese Verwechslung wird, sobald ein langer Mietvertrag darauf gestützt unterschrieben ist.

Die praktische Umsetzung für eine europäische Leserschaft muss nicht exakt die im Buch beschriebene Pop-up-Form sein, da Genehmigungsregeln für zeitlich befristeten Verkauf hier viel stärker variieren, als die Autoren annehmen. Die zugrundeliegende Disziplin überträgt sich aber vollständig: Finden Sie den günstigsten und schnellsten Weg, Ihr tatsächliches Gericht oder Konzept echten zahlenden Fremden vorzulegen, und lassen Sie deren Verhalten, nicht deren Komplimente, über das weitere Vorgehen entscheiden.

Ein Businessplan ist Disziplin, kein Dokument

Das Buch behandelt den Businessplan weniger als Dokument für die Bank, sondern als Denkwerkzeug, das den Gründer zwingt, ehrlich zu sich selbst zu sein. Es geht realistische Umsatzannahmen und Personalkosten durch und kehrt immer wieder zur Lücke zwischen dem gehofften Umsatz im dritten Monat und dem tatsächlichen, fast immer niedrigeren Umsatz zurück.

Wo das Buch seinen Wert wirklich beweist, ist bei der Benennung des Optimismus, den fast jeder Erstgründer in die eigenen Zahlen legt: Umsatz, der von einem guten Samstag auf jeden Tag des Monats hochgerechnet wird, ein Renovierungsangebot, das einmal für bare Münze genommen und nie überprüft wird, und ein Betriebskapitalpuffer, der für die ruhige Phase statt für die zuerst kommende schwache Phase bemessen ist. Die Autoren stellen klar: Die meisten Restaurants, die im ersten Jahr scheitern, scheitern nicht wegen der Küche, sondern weil das Geld ausging, bevor das Konzept eine faire Chance hatte, sein Publikum zu finden.

Die konkreten Rechenblätter und Kennzahlen sind um indische Kosten, Steuern und Finanzierungsnormen herum gebaut, sodass die Zahlen selbst nicht direkt übertragbar sind. Die Gewohnheit, die das Buch einüben will – Annahmen aufschreiben, gegen einen schlechten statt einen guten Monat testen und überarbeiten, bevor die Not groß ist –, lohnt sich unabhängig von der Währung.

Ein Standort ist eine Wette auf einen Gast, keine Straße

Das Buch widersetzt sich dem gängigen Rat, einfach „viel Laufkundschaft“ zu suchen, und beschreibt eine Standortentscheidung stattdessen als Wette auf einen bestimmten Gästetyp zu einer bestimmten Tageszeit: Dieselbe Straße kann für ein Frühstückskonzept hervorragend und für ein spätes Abendessen still und heimlich falsch sein. Es drängt Gründer, eine engere Auswahl an Straßen zu den tatsächlichen geplanten Öffnungszeiten mehrfach abzugehen, bevor überhaupt etwas unterschrieben wird.

Eine wiederkehrende Warnung lautet, die Miete als Anteil am realistischen prognostizierten Umsatz zu beurteilen statt als absoluten Betrag: Eine günstige Fläche im falschen Einzugsgebiet kann eine schlechtere Wette sein als eine teure im richtigen, denn was ein Restaurant wirklich tötet, ist selten die Miete selbst, sondern die Miete im Verhältnis zu einer Gästezahl, die nie eintritt. Die Autoren sind offen, dass Vermieter und Makler jedes Interesse daran haben, die Laufkundschaft schönzureden, und dass die eigenen Augen eines Gründers zu den echten Öffnungszeiten jede genannte Zahl schlagen.

Europäische Einkaufsstraßen, Baurecht und Mietstrukturen unterscheiden sich enorm vom indischen Gewerbeimmobilienmarkt, den das Buch beschreibt, sodass die konkreten Verhandlungstaktiken wirklich angepasst werden müssen. Der zugrundeliegende Test – enthält diese Straße zu dieser Uhrzeit bereits den Gast, für den ich baue – ist ein guter Filter, egal wo Sie gerade suchen.

Planen Sie mehr Zeit für Papierkram ein, als sinnvoll erscheint

Ein großer Teil des Buches widmet sich dem Labyrinth indischer Genehmigungen, die ein neues Restaurant braucht – Lebensmittelsicherheitslizenz, Steuerregistrierung, Brandschutz- und Gesundheitsatteste, gegebenenfalls Alkohollizenzen –, und die durchgängige Botschaft lautet, dass fast jeder Gründer sowohl die Zeit als auch die Kosten unterschätzt, um vor der Eröffnung vollständig konform zu sein.

Die verallgemeinerbare Lektion hinter dem indienspezifischen Detail ist, dass behördliche Verzögerung kein Randrisiko ist; sie ist einer der häufigsten Gründe, warum sich ein vielversprechender Eröffnungstermin um Monate verschiebt, und jeder verschobene Monat bedeutet Miete und Löhne ohne Umsatz dahinter. Die Autoren plädieren dafür, Genehmigungen ab dem ersten Tag als kritischen Projektbestandteil mit eigenem Budget und eigenem Puffer zu behandeln statt als etwas, das erst nach Abschluss des Ausbaus geregelt wird.

Die konkreten Genehmigungen, Behörden und Gebühren sind indisch und lassen sich auf kein EU-Land übertragen, sodass eine europäische Leserschaft hier keine nutzbare Checkliste bekommt, nur das Argument. Und dieses Argument überträgt sich sehr wohl: Genehmigungsfristen verdienen dieselbe Ernsthaftigkeit wie der Küchenbau und sollten mit echtem Puffer budgetiert werden, statt als Nebensache behandelt zu werden, sobald die schönen Entscheidungen getroffen sind.

Gestalten Sie die Küche nach dem Arbeitsablauf, nicht nach dem Raum

Das Buch behandelt die Gestaltung von Küche und Gastraum zuerst als technisches Problem, erst danach als Einrichtungsfrage: Die Reihenfolge, in der Ware tatsächlich von der Anlieferung über die Lagerung, die Vorbereitung, das Garen, das Anrichten bis zur Ausgabe wandert, sollte bestimmen, wo Geräte und Arbeitsplätze stehen. Ein schöner Raum um einen schlechten Arbeitsablauf herum kostet die Küche während des gesamten Betriebs Geschwindigkeit und Sicherheit, egal wie gut er auf Fotos wirkt.

Beim Gastraum drängen die Autoren Gründer dazu, für ihre tatsächliche Zielgästezahl und Umschlaggeschwindigkeit zu gestalten, statt für die Fotowirkung. Eine Raumaufteilung, die leer beeindruckend wirkt, kann pro Stunde weniger zahlende Gäste bewirten als eine schlichtere Aufteilung, die um Tischgrößen und Abstände herum gebaut ist, die zum tatsächlichen Betrieb an einem vollen Abend passen.

Dieses Kapitel ist das am wenigsten lokal spezifische im Buch, da Küchenergonomie und Gastraum-Fluss nahezu universell sind, und es ist eine nützliche Korrektur für europäische Leserinnen und Leser, die versucht sind, zuerst das Interieur zu gestalten und die Küche danach in den Restplatz zu quetschen.

Die emotionalen Kosten des Unternehmertums gehören zum Plan

Was dieses Buch von einem reinen Ratgeber unterscheidet, ist seine Bereitschaft, über den psychologischen Preis der Restauranteröffnung zu sprechen: die Einsamkeit von Entscheidungen, die nur der Inhaber treffen kann, die Belastung, die unregelmäßige Arbeitszeiten für Beziehungen bedeuten, und die besondere Trauer über ein Konzept, das trotz echtem Einsatz und echtem Talent nicht funktioniert.

Gestützt auf Narayanans Forschungshintergrund spricht das Buch offen über die Denkfehler, die speziell Restaurantgründer in die Falle locken: Sunk-Cost-Denken, das ein scheiterndes Konzept lange am Leben hält, nachdem die Zahlen längst Stopp gesagt haben, Selbstüberschätzung, aufgebaut aus frühem Lob, das nie an zahlenden Fremden getestet wurde, und die Neigung, externe Faktoren für Probleme verantwortlich zu machen, die ein klarerer Blick auf den Plan früher erkannt hätte.

Dies ist das Kapitel, das sich am besten über Märkte hinweg überträgt, denn das Verhältnis eines Gründers zum eigenen Optimismus und zur eigenen Verdrängung wird nicht davon geprägt, welche Genehmigungsformulare eines Landes ausgefüllt wurden. Es ist zugleich das ehrlichste Kapitel des Buches darüber, warum so viele auf dem Papier durchaus lebensfähige Restaurants trotzdem innerhalb der ersten zwei Jahre schließen.

In die Praxis umsetzen

  1. Führen Sie einen kleinen, umkehrbaren Test Ihres Konzepts durch – ein Pop-up, ein Marktstand, eine begrenzte Wochenendkarte –, bevor Sie sich auf einen Mietvertrag oder eine große Renovierung festlegen.
  2. Schreiben Sie Ihre Gewinnschwellen-Zahlen anhand eines realistisch schlechten Monats auf, nicht Ihres besten, und prüfen Sie, ob Ihr Kapitalpuffer drei solche Monate hintereinander deckt.
  3. Gehen Sie jeden engeren Standort genau zu den geplanten Öffnungstagen und -zeiten mehrfach ab, bevor Sie über die Miete verhandeln.
  4. Listen Sie jede in Ihrem Land geforderte Genehmigung, Registrierung und Prüfung auf, holen Sie ehrliche Fristen ein, und verdoppeln Sie diese in Ihrer Eröffnungsplanung.
  5. Kalkulieren Sie Ihre drei meistverkauften Gerichte anhand echter Zutatenpreise und prüfen Sie, ob der Wareneinsatzprozentsatz noch aufgeht, bevor Sie ihren Platz auf der Karte festlegen.

Wo das Buch zu kurz greift

Die regulatorischen Kapitel des Buches, Lebensmittelsicherheitslizenz, Steuerregistrierung, Alkohollizenzen, sind vollständig um das indische System herum gebaut, und die Budgetbeispiele rechnen in Rupien gegen indische Mieten und Löhne, sodass eine europäische Leserschaft dort keine übertragbare Checkliste bekommt und diese Hausaufgabe lokal machen muss. Was sich überträgt, und für ein Buch dieser Art ungewöhnlich gut, ist seine forschungsgestützte Ehrlichkeit darüber, warum Restaurants wirklich scheitern: der eigene Optimismus des Gründers, Denkfehler unter Druck und ein Businessplan, der nie gegen einen schlechten Monat getestet wurde. Lesen Sie es für diese Haltung, nicht für die konkreten Zahlen oder Formulare.

Unser Urteil

Lesenswert, bevor Sie etwas unterschreiben, gerade wegen der Kapitel, die eine typische Gründungs-Checkliste auslässt: die Idee testen, die Karte ehrlich kalkulieren und sich selbst gegenüber ehrlich sein über die emotionale Last des Unternehmertums. Behandeln Sie die Details zu Genehmigungen und Finanzierung als Beispiel, nicht als Ihre tatsächliche To-do-Liste.

Häufige Fragen

Worum geht es in Start-Up Your Restaurant?

Ein praktischer Leitfaden zur Restauranteröffnung, geschrieben von einem Verhaltenswissenschaftler und einer Gastronomiejournalistin, der Konzepttests, Businessplanung, Standort, Finanzierung, Genehmigungen, Küchengestaltung, Preisgestaltung und die psychologische Realität des Restaurantunternehmertums abdeckt, illustriert mit Interviews und Fallstudien echter Gastronomen.

Ist das Buch auch außerhalb Indiens nützlich?

Teilweise. Die Details zu Genehmigungen, Steuern und Finanzierung sind um das indische Regulierungssystem herum gebaut und übertragen sich nicht auf ein europäisches Land, aber die Kapitel zum Testen eines Konzepts, zur ehrlichen Kartenkalkulation und zum Umgang mit der Psychologie des Unternehmertums gelten überall, wo Restaurants verkaufen.

Braucht man Gastronomieerfahrung, um davon zu profitieren?

Nein. Es richtet sich gezielt an Erstgründer und angehende Inhaber, und seine Kerndisziplin, testen vor dem Bauen, kalkulieren vor dem Festlegen, ist gerade nützlich, bevor Sie teure, schwer rückgängig zu machende Entscheidungen getroffen haben.

Was unterscheidet es von einer typischen Checkliste zur Restaurantgründung?

Sein Forschungshintergrund: Ein Autor beschäftigt sich beruflich mit Entscheidungsfindung und Denkfehlern, und das Buch nutzt diese Perspektive, um zu erklären, warum Gründer ihre eigenen Zahlen überschätzen, statt einfach Zahlen zum Ausfüllen aufzulisten.

Dies ist unsere eigene Lesart des Buches, kein Ersatz dafür. Kaufen Sie das Buch in Ihrer Buchhandlung vor Ort.

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