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Pressemitteilung Lokale Presse: 5 Schritte in die Zeitung

Deine Regionalzeitung schreibt jede Woche über einen Betrieb in deiner Straße. Selten über deinen — nicht, weil deine Nachricht zu klein wäre, sondern weil sie nie jemand gemailt hat. Beschreibe, was passiert, wähle den Empfänger, und du bekommst die Mail, die ein Redakteur öffnet: Betreff, Geschichte, Infoblock. Ein Klick, und sie liegt fertig in Gmail oder Outlook.

Die fünf Bewegungen einer Presse-Mail, die gelesen wird

Ein Redakteur einer Regionalredaktion öffnet hundert Mails am Tag. Von fast allen liest er den Betreff und zwei Zeilen, von vielleicht fünf den Rest. Jede Mail, die es schafft, macht fünf Dinge in dieser Reihenfolge — und die ersten beiden entscheiden alles.

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    Der Aufhänger

    Betreff und erster Satz

    Schreib die Nachricht selbst in den Betreff, mit dem Ort darin: „Bistro am Kai öffnet nach zwei Jahren Leerstand in der Sandstraße“. Kein „Pressemitteilung“, kein Fragezeichen, keine „Einladung zu“.

    Das ist die einzige Zeile, die wirklich alle lesen. Ein Redakteur sortiert zuerst nach Ort: Steht deine Gemeinde nicht drin, ist es keine Lokalnachricht und er scrollt weiter. Bleib unter 65 Zeichen, sonst wird abgeschnitten.

  2. 2

    Die Nachricht

    Was passiert, in einem Absatz

    Was, wer, wann, wo — alles, was ein Leser bräuchte, wenn die Redaktion nichts als diesen Absatz druckt. Ohne Adjektive, mit konkreten Fakten.

    Regionaljournalisten schreiben deine Mail in ihre eigene Sprache um. Gib ihnen Sätze zum Übernehmen, keine Wörter, die sie erst streichen müssen. „Einzigartig“, „Leidenschaft“ und „kulinarische Reise“ fliegen alle drei raus.

  3. 3

    Der Beleg

    Warum ein Leser das wissen will

    Die Zahl, das erste Mal, die vierzig Jahre, der Mensch, der Bezug zum Viertel. Eine konkrete Tatsache, die aus deiner Meldung eine Nachricht macht statt Werbung.

    Das ist die Bewegung, die den Artikel von der Anzeige trennt. Ohne sie sagt deine Mail „es gibt uns, und wir sind gut“ — und das ist keine Nachricht, so wahr es auch sein mag.

  4. 4

    Das Angebot

    Was der Journalist davon hat

    Fotos, die er veröffentlichen darf, ein reservierter Tisch, ein Interview, ein Zeitfenster zum Filmen, ein Name mit Handynummer. Ausdrücklich ohne jede Verpflichtung, etwas zu schreiben.

    Das vergessen Gastronomen am häufigsten — und deshalb scheitert eine Geschichte, welche die Redaktion eigentlich bringen wollte: kein brauchbares Foto, oder niemand, der um fünf ans Telefon geht.

  5. 5

    Der Infoblock

    Einzelne Zeilen unten, keine Prosa

    Name, Funktion, Telefon, E-Mail, Adresse, Website, Datum und Uhrzeit. Jeweils auf einer eigenen Zeile, damit es direkt in den Artikel wandern kann.

    Dieser Block wird kopiert, nicht gelesen. Alles, was der Journalist hier nicht findet, muss er nachschlagen oder erfragen — und an einem Tag mit Redaktionsschluss heißt das: weglassen.

Warum Lokalpresse immer noch funktioniert

Ein Beitrag in der Regionalpresse ist keine Eitelkeit. Es ist die günstigste Reichweite, die es gibt, und sie steht jahrelang online — mit deinem Namen darin.

  • Kostenlos

    Redaktionelle Aufmerksamkeit kostet dich eine E-Mail. Dieselbe Fläche als Anzeige in einem Regionalblatt kostet dreistellig pro Schaltung — und wird übersprungen, gerade weil sie als Anzeige erkennbar ist.

  • Jahrelang

    Der Online-Artikel der Regionalzeitung steht auf Jahre in den Suchergebnissen, mit deinem Betriebsnamen darin, und ist ein Link von einer starken lokalen Nachrichtenseite. Genau die Art Erwähnung, auf die sich Suchmaschinen und KI-Antworten stützen.

  • 1 von 100

    Eine Redaktion bekommt Hunderte Mails pro Woche und veröffentlicht eine Handvoll. Wer die fünf Bewegungen einhält, konkurriert nicht mehr mit diesen hundert, sondern nur noch mit den fünf, die es ebenfalls richtig machen.

  • 7 bis 14 Tage

    Ein Wochenblatt plant ein bis zwei Wochen voraus, ein Stadtmagazin vier bis sechs. Die Mail, die zwei Tage vor deiner Veranstaltung eintrifft, handelt nicht von etwas, wofür noch Platz ist.

Vier Arten von Medien, vier verschiedene Mails

Dieselbe Mail an eine Zeitungsredaktion, einen Radiodesk und einen Foodblogger zu schicken, funktioniert nicht: Jeder braucht etwas anderes, um Ja zu sagen. Das will jeder von ihnen sehen.

  • Regionalzeitung

    Ein Journalist mit Tagesschluss, der deine Mail zu seinem eigenen Artikel umschreibt.

    • Gib Fakten, die er wörtlich übernehmen kann: Daten, Zahlen, Namen, Straßennamen.
    • Bau genau einen kurzen zitierfähigen Satz in Anführungszeichen ein — ein Journalist unter Zeitdruck nimmt das Zitat, das er bekommen hat.
    • Biete ausdrücklich brauchbare Fotos an und schreib dazu, dass sie mit Bildnachweis frei zu veröffentlichen sind.
    • Keine Slogans, keine Ausrufezeichen, keine Superlative über das Essen.
  • Regionaler Rundfunk

    Ein Desk, der in fünfzehn Sekunden entscheidet und fragt: Gibt es hier etwas zu hören oder zu sehen?

    • Sag schlicht, was es zu filmen oder zu hören gibt und zu welcher Tageszeit es passiert.
    • Nenne eine Person, die auf Sendung sprechen kann, in welcher Sprache und wann sie erreichbar ist.
    • Halt es kurz: zwei knappe Absätze vor dem Infoblock, mehr nicht.
    • Der Beitrag muss vom Ereignis oder von der Person handeln, nie vom Betrieb als Werbekunden.
  • Stadtmagazin, Nachrichtenseite oder Blog

    Veröffentlicht schneller, im lockereren Ton, und übernimmt deinen Text oft fast wörtlich.

    • Schreib so, dass es fast schon der Beitrag sein könnte: ein klarer Einstiegsabsatz, dann die praktischen Angaben.
    • Setz die praktischen Angaben in einzelne Zeilen, die der Redakteur einfügen kann: was, wann, wo, Preis, Link.
    • Ein menschlicherer Ton ist hier richtig, Slogans trotzdem nicht.
    • Erwähne, dass Fotos bereitstehen, und ein kurzer Hochkant-Clip, falls vorhanden.
  • Foodblogger oder lokale Influencer

    Ein Mensch, keine Redaktion. Du bittest um seine Zeit und sein Publikum.

    • Schreib die Person direkt an, nimm Bezug auf die Art Läden, über die sie schreibt, und bleib auf einem Bildschirm.
    • Mach die Einladung konkret und unverbindlich: ein Datum, ein Angebot und ausdrücklich „keine Verpflichtung, etwas zu posten“.
    • Sag nie, was geschrieben werden soll, und bitte nie um einen positiven Beitrag.
    • Wenn du etwas anbietest, schreib dazu, dass du eine Kennzeichnung erwartest — in den meisten Ländern ist das ohnehin Pflicht.

Sechs Aufhänger, die eine Redaktion wirklich aufgreift

„Wir haben eine neue Karte“ ist keine Nachricht. Dieselbe Karte wird eine, sobald sie an etwas hängt, das größer ist als dein Betrieb. Sechs Aufhänger, die in jeder Gemeinde funktionieren.

  • Der erste oder der einzige

    Der erste Betrieb im Ort mit etwas, der einzige, der es noch auf die alte Art macht, der letzte seiner Art. „Erster“ und „letzter“ sind die zwei Wörter, auf die jede Redaktion reagiert.

  • Zeit und Wandel

    Vierzig Jahre, drei Generationen, zurück nach einem Brand, wieder offen nach zwei Jahren Leerstand. Ein Haus mit Vergangenheit ist eine Geschichte; ein Betrieb ohne Vergangenheit ist eine Adresse.

  • Ein Mensch

    Der neunzehnjährige Koch aus dem Dorf, die Wirtin, die nach dreißig Jahren aufhört, der Mitarbeiter, der seit der Eröffnung dabei ist. Lokaljournalismus handelt von Menschen, nicht von Unternehmen.

  • Das Viertel selbst

    Arbeit für zwölf Leute, ein Ladenlokal, das leer stand, ein Erzeuger fünf Kilometer weiter, eine Straße, die wieder lebt. Dafür gibt es Lokalmedien buchstäblich.

  • Eine Zahl oder eine Entscheidung, die du erklärst

    Warum du die Preise erhöhst oder eben nicht, was Energie dich wirklich kostet, wie viel du wegwirfst und was du dagegen tust. Wer öffentlich rechnet, wird zur Quelle, zu der Journalisten zurückkommen.

  • Etwas für andere

    Ein Benefizabend, kostenlose Mahlzeiten, Hilfe nach einem Unglück in der Region. Melde es nüchtern und ohne Getöse — je weniger es nach Marketing klingt, desto eher wird es gebracht.

Sechs Fehler, wegen derer deine Mail ungelesen gelöscht wird

Die meisten Presse-Mails von Gastronomen sind nicht schlecht geschrieben. Sie sind unbrauchbar — für den Menschen, der sie benutzen soll.

  • „Pressemitteilung“ im Betreff

    Es sagt nichts über deine Nachricht und ist genau das Wort, nach dem ein volles Postfach filtert. Schreib die Nachricht selbst hinein, mit deinem Ort.

  • An info@ schicken

    Dieses Postfach liest niemand persönlich. Such den Namen der Person, die in diesem Blatt über Gastronomie, Region oder Wirtschaft schreibt — er steht meist unter einem früheren Artikel.

  • Werbesprache

    „Einzigartig“, „Leidenschaft“, „kulinarische Reise“, „wir freuen uns, bekannt geben zu dürfen“: Jedes dieser Wörter sagt einem Redakteur, dass darunter keine Nachricht steckt.

  • Alles im Anhang

    Ein zweiseitiges PDF und sechs Fotos mit 12 MB. Schreib die Nachricht in die Mail selbst und biete die Fotos an; niemand öffnet einen Anhang, um zu entscheiden, ob etwas eine Nachricht ist.

  • Zwei Tage vorher

    Da ist das Wochenblatt schon voll. Was du vorigen Monat hättest mailen können, wäre dieselbe Mail gewesen — nur brauchbar.

  • Nie nachfassen

    Eine höfliche Erinnerung eine Woche später bringt mehr Veröffentlichungen als eine zweite gut geschriebene Mail. Keine Antwort heißt fast immer „untergegangen“, nicht „nein“.

Wann schickst du sie ab?

Der Zeitpunkt entscheidet genauso oft wie der Inhalt — und er ist der einzige Teil, der ganz bei dir liegt.

  • Wochenblatt oder Regionalzeitung: sieben bis vierzehn Tage vor dem Termin. Früher geht auch, aber dann wird sie beiseitegelegt und vergessen.
  • Stadtmagazin oder Monatsheft: vier bis sechs Wochen, denn die stehen einen Monat vor Erscheinen fest.
  • Verschick sie Dienstag- oder Mittwochvormittag. Montag ist Redaktionskonferenz, und Freitagnachmittag liest niemand mehr etwas.
  • Keine Antwort nach einer Woche? Eine kurze Erinnerung ohne Vorwurf, mit dem Angebot noch einmal darin. Danach lässt du es los.

So funktioniert der Nachrichtenwert-Check

Der Check daneben addiert sechs Dinge zu hundert Punkten — genau die sechs, nach denen eine Lokalredaktion sortiert. Unter 45 lautet der ehrliche Rat nicht „schreib es besser“, sondern „das ist noch keine Geschichte“.

  • Zeitpunkt (25 Punkte)Volle Punktzahl zwischen zehn und achtundzwanzig Tagen vorher. Unter drei Tagen ist meist kein Platz mehr, und nach dem Termin ist es keine Einladung mehr, sondern ein Bericht.
  • Bezug zum Ort (20 Punkte)Das stärkste Signal von allen. Eine Meldung, die du genauso gut an jede Zeitung des Landes hättest schicken können, wird von jeder Zeitung des Landes gelöscht.
  • Etwas Neues (20 Punkte)Ein Erstes, ein Einziges, eine Veränderung, eine Rückkehr. Ein Betrieb, der einfach weiter existiert, ist keine Nachricht — der schwerste Satz für jeden Inhaber.
  • Ein Mensch (15 Punkte)Ein Name mit einer Geschichte macht aus einer Firmenmeldung einen Artikel, den jemand zu Ende liest.
  • Ein Bild (10 Punkte)Bei zwei gleich guten Themen gewinnt das mit einem Foto, weil eine Seite ein Bild braucht.
  • Eine Zahl (10 Punkte)Eine konkrete Zahl — vierzig Jahre, zwölf Arbeitsplätze, dreihundert Mahlzeiten — daraus wird die Überschrift gemacht.

Häufige Fragen

Ist dieses Werkzeug kostenlos?

Ja. Du brauchst kein Konto und installierst nichts. Du bekommst fünf Mails pro Tag; so viel kostet das Erzeugen, und es reicht bequem, um eine Nachricht an alle deine lokalen Medien zu schicken.

Ist das eine Pressemitteilung oder eine E-Mail?

Eine E-Mail — mit Absicht. Die klassische Mitteilung in der dritten Person ist der Anhang; die Mail entscheidet, ob diesen Anhang je jemand öffnet. Für lokale Medien reicht die Mail fast immer allein.

An wen schicke ich sie?

An eine Person, nie an info@. Sieh in der Zeitung oder auf der Seite nach, wer über deine Region oder über Gastronomie schreibt; die Adresse steht meist unter den Artikeln oder im Impressum. Jede Redaktion bekommt eine eigene Mail, nie zwanzig Adressen in Kopie.

Was, wenn niemand antwortet?

Das ist normal und heißt fast nie nein. Das Werkzeug schreibt gleich eine kurze Nachfass-Mail mit, die du eine Woche später schickst — aus dieser Mail entstehen die meisten Veröffentlichungen.

Darf ich einem Journalisten etwas anbieten?

Eine Mahlzeit oder eine Einladung anzubieten ist erlaubt und üblich, solange nichts dafür erwartet wird. Bitte nie um einen positiven Beitrag und knüpfe dein Angebot nie daran; bei Bloggern und Influencern gehört zusätzlich eine Kennzeichnung dazu.

Wird mein Text irgendwo gespeichert?

Was du eingibst, geht einmal an das Sprachmodul, um deine Mail zu schreiben, und wird sonst nirgends gespeichert. Was du auf dieser Seite siehst, bleibt in deinem eigenen Browser.

In welcher Sprache schreibt das Werkzeug?

In der Sprache dieser Seite. Arbeitet die Redaktion, die du erreichen willst, in einer anderen Sprache, öffne über die Sprachauswahl oben dasselbe Werkzeug in dieser Sprache.

Warum gibt es eine Sicherheitsprüfung?

Jede Mail kostet eine echte Anfrage beim Sprachmodell. Unsichtbar läuft eine Prüfung mit, die Bots abhält, damit das Werkzeug kostenlos bleiben kann. Du musst nichts anklicken.