Buchzusammenfassung

Restaurant Financial Basics: Zahlen, die wirklich helfen

Ein Hotelfachschul-Lehrbuch, das Bilanz, Break-even-Rechnung und Wareneinsatzkontrolle in Werkzeuge verwandelt, die ein selbstständiger Gastronom wirklich nutzen kann.

von Raymond S. Schmidgall & David K. Hayes 2002 · Wiley 288 Seiten Lesezeit: 10 Min. Lesezeit

Die meisten Gastronomen können ihre GuV gerade so lesen, dass sie sehen, ob der letzte Monat gut oder schlecht war. Restaurant Financial Basics geht weiter: Es erklärt, warum die Bilanz genauso wichtig ist wie die Gewinn- und Verlustrechnung, warum ein profitabler Monat trotzdem die Miete unbezahlbar machen kann, und wie die Zahlen, die man ohnehin jeden Abend erfasst, genau zeigen, wo Geld verschwindet. Es ist ein Lehrbuch, keine Memoiren, geschrieben für Menschen, die irgendwann mit ihrer Steuerberatung sitzen und schärfere Fragen stellen wollen.

Die Kernidee

Ob ein Restaurant überlebt, entscheidet sich an einer kleinen Anzahl von Zahlen — Bilanz, Break-even-Punkt, Waren- und Personalkostenanteil sowie die Lücke zwischen Gewinn und Liquidität. Wer diese Zahlen wöchentlich verfolgt, steuert den Betrieb; wer auf den Jahresabschluss wartet, erfährt nur, was ohnehin schon passiert ist.

Für wen dieses Buch ist

Lies es, wenn du dein erstes Lokal eröffnest, ein Excel-Sheet geerbt hast, dem du nicht ganz traust, oder eine Küche führst, die immer voll ist, aber nie Geld auf dem Konto hat. Es belohnt jeden, der bereit ist, einen Nachmittag mit einem Taschenrechner zu verbringen. Überspring es, wenn du bereits einen Controller hast, der monatlich vollständige Kennzahlenanalysen fährt und für jede Speisekartenänderung ein Break-even-Modell baut — dann bist du über das Einsteigerniveau dieses Buches hinaus.

Die wichtigsten Lehren

  • Gewinn und Cash sind nicht dasselbe; ein Restaurant kann auf dem Papier profitabel sein und trotzdem eine Lohnzahlung nicht schaffen.
  • Break-even ist eine einzige Rechnung — Fixkosten geteilt durch die nach den variablen Kosten verbleibende Marge — und macht aus 'ist das eine gute Idee' eine konkrete Zahl.
  • Speisekartenpreise nach einem starren Prozentziel sind eine Schätzung; Preise aus Deckungsbeitrag und Prime Cost sind ein Plan.
  • Der Unterschied zwischen einem guten und einem schlechten Monat steckt meist in der wöchentlichen Waren- und Personalkostenkontrolle, nicht im Jahresabschluss.
  • Zu trennen, wer bestellt aufnimmt, wer serviert und wer das Geld verwaltet, ist die günstigste Betrugsprävention, die ein kleines Restaurant hat.

Bilanz und GuV: zwei verschiedene Fragen

Die Gewinn- und Verlustrechnung beantwortet eine Frage: Habe ich in diesem Zeitraum Geld verdient? Sie umfasst eine Zeitspanne — einen Monat, ein Jahr — und stellt Umsatz gegen Kosten. Die Bilanz beantwortet eine völlig andere Frage: Was besitzt der Betrieb, und was schuldet er genau jetzt, in diesem Moment? Die eine ist ein Film, die andere ein Foto, und ein Restaurant braucht beides, um seine eigene Gesundheit zu verstehen. Eine GuV kann zwölf Monate lang glänzend aussehen, während die Bilanz still zeigt, dass der Betrieb in kurzfristigen Schulden versinkt.

Beide Berichte beruhen auf periodengerechter Abgrenzung: Erträge und Aufwendungen werden der Periode zugeordnet, zu der sie gehören, nicht dem Moment, in dem tatsächlich Geld fließt. Eine Anzahlung für ein Bankett in sechs Wochen ist noch kein Umsatz — sie ist eine Verbindlichkeit, denn die Veranstaltung schuldet der Betrieb noch. Die Abschreibung auf einen Kombidämpfer senkt jeden Monat den ausgewiesenen Gewinn, obwohl in diesem Monat kein Scheck dafür ausgestellt wird. Das ist keine buchhalterische Spitzfindigkeit; es ist der Unterschied zwischen einer Zahl, die die Realität widerspiegelt, und einer, die es nicht tut.

Die Beispiele im Buch folgen durchgehend US-amerikanischer GAAP-Aufmachung sowie US-Steuer- und Lohnterminologie. Europäische Leser sollten Struktur und Logik als allgemeingültig ansehen, die Details aber ersetzen: Die Mehrwertsteuer wirkt anders als die amerikanische Sales Tax auf den Umsatz, dein Kontenrahmen folgt den Gepflogenheiten deines eigenen Landes, und die Mechanik der Lohnnebenkosten unterscheidet sich erheblich — übernimm nicht die amerikanischen Zahlen, übernimm die Disziplin dahinter.

Aus Zahlen eine Diagnose machen: Kennzahlen und Vergleiche

Ein nackter Eurobetrag sagt für sich fast nichts aus. Ein Wareneinsatz von 18.400 € im letzten Monat sagt nichts, bis man ihn vergleicht: mit dem Umsatz desselben Monats, mit demselben Monat im Vorjahr, oder mit dem Budget dieses Jahres. Die Antwort des Buches sind Prozentbilanzen — jede Zeile ausgedrückt als Prozentsatz vom Umsatz —, damit ein 4-Millionen-Euro-Restaurant und ein 400.000-Euro-Café auf gleicher Augenhöhe verglichen werden können und ein Manager sofort erkennt, dass der Wareneinsatz von 31 % auf 34 % des Umsatzes gestiegen ist, auch wenn der Eurobetrag stabil wirkt.

Eine Handvoll Kennzahlen leistet die meiste wirklich nützliche Arbeit für einen selbstständigen Gastronomen: der Wareneinsatzanteil, der Personalkostenanteil und Prime Cost (beide zusammen) als die eine Zahl, die am stärksten darüber entscheidet, ob ein Konzept überleben kann. Dazu kommt das Liquiditätsverhältnis — Umlaufvermögen geteilt durch kurzfristige Verbindlichkeiten — als schneller Liquiditätstest, denn ein Restaurant kann durchaus profitabel sein und trotzdem diesen Monat seine Rechnungen nicht bezahlen können, wenn diese Kennzahl abgerutscht ist.

Der ehrliche Vorbehalt des Buches ist wiederholenswert: Eine Kennzahl zeigt ein Problem an, sie diagnostiziert es nicht. Zwei Restaurants können exakt denselben Wareneinsatz von 34 % ausweisen — das eine, weil Portionen unbemerkt gewachsen sind, das andere, weil ein Lieferant vor drei Monaten still die Preise erhöht hat. Die Kennzahl sagt dir, wo du hinschauen sollst, nicht, was du finden wirst.

Warum ein profitabler Monat trotzdem pleite machen kann

Das ist die nützlichste Unterscheidung, die das Buch einem Gastronomen bietet: Ertragsfluss und Zahlungsfluss werden völlig unterschiedlich gemessen, und sie widersprechen sich regelmäßig. Ein Bankkredit erhöht die liquiden Mittel an dem Tag, an dem er eingeht, taucht aber nie als Umsatz in der GuV auf. Abschreibung senkt jeden Monat den ausgewiesenen Gewinn, ohne dass ein einziger Euro das Konto verlässt. Eine Kredittilgung teilt sich in Zinsen (ein echter Aufwand) und Tilgung (ein echter Zahlungsmittelabfluss, der gar kein Aufwand ist) auf. Ein Restaurant kann einen gesunden Jahresüberschuss ausweisen und trotzdem im selben Monat kein Geld mehr haben, einfach weil keiner dieser Unterschiede in der GuV sichtbar ist.

Die Kapitalflussrechnung gruppiert Geldbewegungen in drei Bereiche — operative Tätigkeit, Investitionen und Finanzierung —, und das Muster, das einen Gastronomen beunruhigen sollte, ist ein Restaurant, dessen Liquidität vor allem aus Krediten statt aus dem Tagesgeschäft stammt. Gesunde Restaurants erwirtschaften ihre liquiden Mittel, indem sie den Betrieb führen, nicht indem sie ihn ständig refinanzieren.

Nützlicher für Alltagsentscheidungen als der historische Bericht ist ein Liquiditätsbudget: eine rollierende Prognose der erwarteten Ein- und Auszahlungen für die kommenden Wochen. Es ist das Werkzeug, das einen Engpass erkennt, während noch Zeit zum Handeln bleibt — eine Lieferantenzahlung verschieben, einer langsam zahlenden Rechnung nachgehen, einen nicht dringenden Kauf verschieben —, statt das Problem erst am Morgen der Lohnzahlung zu entdecken.

Fix, variabel und der Break-even-Punkt

Kosten verhalten sich auf drei Arten. Fixkosten — Miete, ein fest angestellter Manager, Versicherung — bleiben gleich, egal ob heute Abend zehn oder zweihundert Gäste bewirtet werden. Variable Kosten — Wareneinsatz, Stundenkräfte in Küche und Service direkt an das Gästeaufkommen gekoppelt — steigen und fallen mit den servierten Gästen. Gemischte Kosten liegen dazwischen: eine Miete mit fixer Grundmiete plus Umsatzbeteiligung, oder eine Energierechnung mit Grundgebühr und verbrauchsabhängigem Anteil. Zu wissen, in welche Kategorie eine Kostenart gehört, macht jede weitere Rechnung in diesem Abschnitt erst möglich.

Der Deckungsbeitrag ist der Verkaufspreis minus variable Kosten pro Gast — der Betrag, den jede Mahlzeit tatsächlich zu Fixkosten und schließlich zum Gewinn beiträgt. Break-even ist dann eine einzige Division: Fixkosten geteilt durch Deckungsbeitrag. Ein Restaurant mit 9.000 € monatlichen Fixkosten, einem durchschnittlichen Bon von 15 € und 6 € variablen Kosten pro Gast hat einen Deckungsbeitrag von 9 €, was bedeutet, dass es 1.000 Gäste pro Monat braucht — grob 33 pro Tag —, nur um die Kosten zu decken, bevor überhaupt ein Euro Gewinn erscheint.

Sobald der Break-even-Punkt bekannt ist, verwandelt die Sicherheitsmarge — wie weit der aktuelle Umsatz über diesem Punkt liegt — vage Sorge in eine konkrete Zahl und erlaubt es, eine Entscheidung in Minuten zu testen, statt zu raten: Was macht ein zusätzlicher Teilzeitkoch mit dem Break-even-Punkt? Was passiert, wenn eine Preiserhöhung von 5 % zwei Gäste pro Tag zur Konkurrenz treibt? Die Rechnung beantwortet beides, bevor eine der beiden Entscheidungen getroffen wird.

Speisekartenpreise bewusst setzen, nicht raten

Das Buch spricht Klartext darüber, wie die meisten Speisekarten in der Praxis kalkuliert werden: durch Kopieren eines 'vernünftigen' Bauchgefühls, durch Schätzen des höchsten Preises, den Gäste noch akzeptieren, durch Übernahme dessen, was das Lokal um die Ecke verlangt, oder — am schlimmsten — indem man das Servicepersonal spontan einen Preis für ein nie kalkuliertes Tagesgericht nennen lässt. Keine dieser Methoden schaut darauf, was das Gericht tatsächlich in der Herstellung kostet oder welchen Gewinn der Betrieb zum Überleben braucht.

Die Alternative besteht darin, den Preis aus echten Zahlen aufzubauen: den tatsächlichen Wareneinsatz des Gerichts, einen fairen Anteil an jeder anderen Kostenart, die der Betrieb trägt, und — entscheidend — den Gewinn, den der Inhaber braucht, behandelt als eine Kostenart, die man einplant, statt als das, was zufällig übrig bleibt, nachdem alles andere bezahlt ist. Deckungsbeitragspreisung und Prime-Cost-Preisung sind zwei praktische Wege, das ohne Finanzstudium zu tun; beide gehen vom Budget aus, das der Inhaber ohnehin schon hat, nicht von einem Prozentsatz aus dem Gedächtnis.

Menu Engineering sortiert bestehende Gerichte dann anhand von Deckungsbeitrag und Beliebtheit in vier Gruppen: Stars (hoher Deckungsbeitrag, beliebt — schützen und hervorheben), Zugpferde (niedriger Deckungsbeitrag, beliebt — Preis leicht anheben oder Kosten senken), Rätsel (hoher Deckungsbeitrag, unbeliebt — auf der Karte neu positionieren oder mit gezieltem Verkauf pushen) und Ladenhüter (niedriger Deckungsbeitrag, unbeliebt — Kandidaten zum vollständigen Streichen).

Das Budget als Gewinnplan, nicht als Papierkram

Die Umdeutung des Buches lohnt das Nachdenken: Gewinn ist nicht das, was nach Bezahlung der Kosten übrig bleibt, sondern eine Kostenart, die der Inhaber vorab einplant, genau wie Miete oder Versicherung. Umsatz minus Kosten gleich Gewinn ist mathematisch dieselbe Aussage wie Gewinn plus Kosten gleich benötigter Umsatz — aber die zweite Version zwingt einen Inhaber zu fragen, welchen Umsatz der Betrieb wirklich erzielen muss, bevor überhaupt auf das Übrigbleibende geschaut wird.

Das Budget zu bauen heißt zunächst, den Umsatz aus Verkaufshistorie und bekannten Trends zu prognostizieren und darauf die erwarteten Kosten aufzubauen — und das Buch weist auf eine echte Falle bei gängigen Abkürzungen hin: die Kosten des Vorjahres um einen festen Prozentsatz anzuheben oder Kostenanteile konstant zu halten, trägt in beiden Fällen still jede Ineffizienz weiter, die schon in den Vorjahreszahlen steckte. Ein langsamerer, ehrlicherer Ansatz baut eine Kostenkategorie von null neu auf und rechtfertigt jeden Euro, zumindest für die Kategorien, auf die es am meisten ankommt.

Sobald das Budget existiert, wird es zum Maßstab, an dem die tatsächlichen Ergebnisse jeden Monat gemessen werden, wobei Abweichungen über einer vereinbarten Schwelle untersucht statt ignoriert werden. Die eine Leitplanke, die man sich merken sollte: Ein Budgetstandard muss erreichbar sein und sollte niemals dadurch erreicht werden, dass man still Portionen verkleinert oder eine billigere Zutat einsetzt — das ist keine Kostenkontrolle, das ist eine unsichtbare Steuer auf den Gast.

Wo Wareneinsatz und Personalkosten wirklich gesteuert werden

Jeder Euro Wareneinsatz durchläuft dieselbe Kette: Einkauf, Wareneingang, Lagerung und Entnahme, und jeder Schritt braucht seine eigene Papier- (oder digitale) Spur, damit niemand unterwegs still davon profitieren kann. Wie der Lagerbestand bewertet wird — früheste Anschaffungskosten, letzte Anschaffungskosten, tatsächliche Kosten pro Artikel oder gewichteter Durchschnitt — verändert tatsächlich den ausgewiesenen Wareneinsatz und damit den ausgewiesenen Gewinn, also zählt die Methode und sollte von Periode zu Periode gleich bleiben.

Auf den Monatsabschluss zu warten, um den Wareneinsatzanteil zu erfahren, bedeutet, ein Problem vier Wochen zu spät zu entdecken. Ein täglicher oder laufender Wareneinsatz — teure gelagerte Artikel über Entnahmescheine verfolgt, alles andere über Lieferrechnungen, beides gegen den Tagesumsatz gestellt — zeigt einen abweichenden Prozentsatz schon in den ersten Tagen des Monats statt in den letzten. Die Lagerumschlagshäufigkeit (wie oft der Bestand in einem Zeitraum verbraucht und ersetzt wird) ist im gleichen Sinne ein nützliches Frühwarnsignal: zu langsam deutet auf Überbevorratung und Verderbrisiko hin, zu schnell kann unangenehm häufige Fehlbestände bedeuten.

Personal funktioniert genauso, aufgeteilt in fixe Personalkosten (fest angestelltes Personal, weitgehend außerhalb der Tageskontrolle) und variable Personalkosten (Stundenkräfte, geplant gegen erwartetes Aufkommen, sehr wohl in der Kontrolle eines Managers). Prime Cost — Wareneinsatz und Personal zusammen — ist die Zahl, an der die meisten Restaurants leben oder sterben, und sie wird gesteuert, indem man den Dienstplan der nächsten Woche um eine echte Umsatzprognose herum baut, statt aus Gewohnheit oder durch schlichtes Kopieren des Dienstplans der Vorwoche.

Bargeld schützen: Kontrollen ohne großes Team

Für Betrug braucht es drei Dinge: eine Notlage, eine Gelegenheit und eine Rechtfertigung. Ein Inhaber kann gegen fremde finanzielle Nöte oder das Gewissen anderer wenig ausrichten, aber Gelegenheit liegt vollständig in der Kontrolle eines Managers — genau deshalb konzentriert sich das Buch auf interne Kontrollen statt auf Charakterurteile über das Personal.

Das Kernprinzip ist Funktionstrennung: Wer die Bestellung aufnimmt, wer sie zubereitet, wer die Zahlung entgegennimmt und wer die Kasse abstimmt, sollten nicht dieselbe Person sein, auch wenn das in einem kleinen Restaurant bedeutet, dass der Inhaber persönlich eine dieser Rollen übernimmt, statt alle an eine einzige Mitarbeiterin oder einen einzigen Mitarbeiter zu delegieren. Bekannte Diebstahlmuster in kleinen Restaurants entstehen direkt aus dieser Lücke — ein serviertes Gericht, das nie gebucht wird, ein bezahlter Bon, der still vernichtet und wiederverwendet wird, ein Verkauf, der an der Kasse storniert wird, nachdem der Gast bereits gegangen ist —, und ein Vorbestell-/Nachprüfsystem, bei dem die Küche kein Essen ohne erfasste Bestellung herausgibt und der Kassenendbetrag mit dem tatsächlich Servierten abgeglichen wird, schließt die meisten dieser Lücken auf einmal.

Für einen Betrieb, der zu klein ist, um jede Funktion vollständig zu trennen, zählen ein paar Mindestkontrollen trotzdem: Jemand anderes als die Person, die täglich mit Bargeld hantiert, sollte den Kontoauszug abstimmen, Personal in Vertrauenspositionen sollte echten Urlaub nehmen (damit eine Vertretung die Chance hat, etwas Ungewöhnliches zu bemerken), und tägliche Kassendifferenzen sollten als Frühwarnsignal beobachtet werden, nicht nur als Vorwand, eine Kassiererin oder einen Kassierer im Nachhinein zu rügen.

In die Praxis umsetzen

  1. Hol die Bilanz des letzten Monats neben deine GuV und prüfe, ob das Umlaufvermögen die kurzfristigen Verbindlichkeiten wirklich deckt.
  2. Berechne den Break-even-Punkt deines Restaurants in Gästen und Euro, mit den Fixkosten des letzten Monats und deinem echten durchschnittlichen Deckungsbeitrag.
  3. Kalkuliere deine fünf meistverkauften Gerichte mit echten Lieferantenpreisen und Portionsausbeuten neu und setze die Preise über den Deckungsbeitrag fest — nicht über eine geschätzte Wareneinsatzquote.
  4. Baue eine 8-Wochen-Cashflow-Prognose, damit ein Engpass sichtbar wird, während noch Zeit zum Handeln bleibt, nicht erst am Morgen der Lohnzahlung.
  5. Richte diesen Monat eine Funktionstrennungs-Kontrolle ein — wer die Kasse zählt, sollte nicht dieselbe Person sein, die den Kontoauszug abstimmt.

Wo das Buch zu kurz greift

Das ist ein Hotelfachschul-Lehrbuch, kein Pageturner, und man merkt es beim Lesen: stellenweise dicht, aufgebaut aus durchgerechneten Beispielen, Formeln und Checklisten am Kapitelende, die voraussetzen, dass man wirklich bereit ist, eine Weile mit einem Taschenrechner zu sitzen. Es ist zudem durch und durch amerikanisch — GAAP-Aufmachung, US-Lohnnebenkostenbegriffe wie FICA und W-2-Formulare, und jedes Rechenbeispiel in Dollar — sodass ein europäischer Gastronom echte Übersetzungsarbeit leisten muss: Sales Tax wird zur Mehrwertsteuer mit anderer Mechanik, der Kontenrahmen folgt lokalen Konventionen, und die steuerspezifischen Taktiken lassen sich nicht direkt übertragen. Die Technikverweise, von faxbasierter Bestellung bis zu früher Kassensoftware, sind sichtbar veraltet; die zugrunde liegende Logik von Kostenkontrolle, Preisgestaltung und Budgetierung ist es nicht.

Unser Urteil

Kaufenswert, wenn du die tatsächliche Mechanik hinter den Zahlen willst, die deine Steuerberatung dir ohnehin liefert — die Formeln, durchgerechneten Beispiele und Checklisten, die diese Zusammenfassung nur skizzieren kann. Wenn du nur die Konzepte brauchst, um dein Restaurant diesen Monat besser zu führen, bringen dich diese Zusammenfassung und die kostenlosen HappyChef-Tools schon sehr weit.

Häufige Fragen

Ist Restaurant Financial Basics nützlich für einen europäischen Gastronomen?

Die Konzepte — Bilanz, Break-even, Speisekartenpreisung, Cashflow — übertragen sich direkt. Die konkreten Zahlen, von US-Lohnnebenkosten über GAAP-Terminologie bis zu Dollar-Beispielen, müssen gegen Mehrwertsteuer, Personalkosten und Buchhaltungskonventionen deines eigenen Landes ausgetauscht werden.

Brauche ich einen Buchhaltungshintergrund, um es zu lesen?

Nein. Es ist für Restaurantmanager geschrieben, nicht für Buchhalter, und baut sich von Grunddefinitionen aus mit durchgerechneten Restaurantbeispielen durch jedes Kapitel auf.

Was ist die nützlichste Einzelidee im Buch?

Dass Gewinn und Cashflow zwei verschiedene Dinge sind, auf zwei verschiedene Arten gemessen. Ein Restaurant kann auf dem Papier profitabel sein und trotzdem die Löhne nicht schaffen — nur eine Kapitalflussrechnung oder ein vorausschauendes Liquiditätsbudget warnt rechtzeitig.

Behandelt es Speisekartenpreisung im Detail?

Ja — ein ganzes Kapitel vergleicht mehrere objektive, kostenbasierte Preismethoden, darunter Deckungsbeitrags- und Prime-Cost-Preisung, plus ein Menu-Engineering-Raster, das Gerichte in Stars, Zugpferde, Rätsel und Ladenhüter einteilt.

Dies ist unsere eigene Lesart des Buches, kein Ersatz dafür. Kaufen Sie das Buch in Ihrer Buchhandlung vor Ort.

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