Sterneköche · Johann Lafer

Schließung

Abschied von der Sterneküche: das Johanns statt Le Val d'Or

Thibault Van de Sompele Von Thibault Van de Sompele 2 Min. Lesezeit Veröffentlicht

Kurz gesagt

Anfang 2019 schließt Lafer sein Sternerestaurant. Zu viel Druck, zu hohe Verluste. Im März eröffnet er das Johanns mit einfacher Küche auf hohem Niveau.

  • Im Januar 2019 kündigte Lafer an, das Le Val d'Or zu schließen[1].
  • Er nannte Druck und jährliche Verluste von deutlich über 100.000 Euro als Gründe[1].
  • Im März 2019 eröffnete er auf der Stromburg das Johanns[2].
  • Das Johanns setzte auf regionale, saisonale Küche mit steirischen Einflüssen[2].

Im Januar 2019 überrascht Johann Lafer die Gastronomie. In der Süddeutschen Zeitung kündigt er an, dass er sein Sternerestaurant Le Val d'Or schließt[1]. Nach über drei Jahrzehnten ist Schluss mit der Sterneküche.

Warum er aufhört

Bei Markus Lanz erklärt er seine Gründe[1]. Die Sterneküche sei wie Hochleistungssport, sagt er[2]. Der Druck ist groß. Dazu kommt ein Trend, den er nicht mag: Molekularküche und immer mehr Dekoration auf dem Teller[1]. Und es gibt ein finanzielles Problem. Nach eigenen Angaben macht er im Jahr deutlich über 100.000 Euro Verlust[1].

Lafer findet auch, dass aufwendige Garnituren sich nicht mehr rechnen[2]. Manche Gäste empfinden die Gerichte als zu kompliziert. Und für viele Menschen ist ein Abend im Sternerestaurant schlicht zu teuer[2].

Zurück zu den Wurzeln

Lafer will zurück zu seinen kulinarischen Wurzeln[2]. Im März 2019 eröffnet er im früheren Bistro der Stromburg ein neues Restaurant. Es heißt Johanns[2]. Das Motto: einfache Küche auf hohem Niveau[2].

Die Karte wechselt jeden Monat. Es gibt regionale und saisonale Zutaten, mit Einflüssen aus der steirischen Küche und von seinen Reisen[2]. Ein Wiener Schnitzel vom Bio-Kalb steht auf der Karte[2]. Ausgerechnet das Gericht, das er schon 2008 sein Lieblingsessen nannte.

Für alle Gäste

Mit dem Johanns will Lafer mehr Menschen erreichen[2]. Gäste aus der Region sollen kommen, nicht nur Feinschmecker von weit her. Der Service soll unkompliziert sein, die Atmosphäre entspannt[2].

Die Stromburg soll ein Ort des Genusses bleiben, das betont er[1]. Doch die Zeit dort neigt sich dem Ende zu. Bis 2019 führt er das Hotel Lafers Stromburg[3]. Seiner Wahlheimat bleibt er verbunden und besucht die Region weiter regelmäßig[3].

Eine späte Ehrung

Diese Verbindung wird 2024 gewürdigt. Die Stadt Alzey verleiht ihm die Georg-Scheu-Plakette, ihren Wein- und Kulturpreis[3]. Sie würdigt ihn als Botschafter der Wein- und Genusskultur mit nationalem Ruf[3].

Der Abschied von den Sternen ist kein Scheitern. Er ist eine bewusste Entscheidung eines Mannes, der alles erreicht hat. Lafer zeigt, dass gute Küche nicht kompliziert sein muss. Ein Gedanke, den der Bauernbub aus der Steiermark wohl schon immer kannte.

Quellen

Jede Tatsache auf dieser Seite stammt aus diesen Quellen. Jede Nummer im Text verweist auf die Quelle, aus der sie stammt.

  1. Presse Tageskarte: Druck und Verluste: Johann Lafer spricht Klartext bei Lanz · tageskarte.io · abgerufen
  2. Presse Tageskarte: Restaurant ohne Michelin-Stern: Johann Lafer eröffnet „Johanns“ auf der Stromburg · tageskarte.io · abgerufen
  3. Presse Tageskarte: Georg-Scheu-Plakette: Johann Lafer erhält Wein- und Kulturpreis · tageskarte.io · abgerufen